Ratgeber
Photovoltaik mit E-Auto
Das Auto ist der größte neue Verbraucher im Haus. Wann es da ist und wie schnell die Wallbox lädt, entscheidet, ob der Solarstrom im Akku landet oder im Netz.
Das Beispiel fährt 12.000 Kilometer im Jahr und braucht 18 Kilowattstunden (kWh) je 100 km, bevor die Ladeverluste kommen. Zehn Prozent bleiben auf dem Weg in den Akku liegen. Die Wallbox zieht deshalb mehr, als später gefahren wird. Bei diesen Zahlen sind das etwa 2.400 kWh im Jahr, zusätzlich zu 4.000 kWh Haushalt. Die Anlage hat 10 Kilowatt-Peak (kWp) nach Süden und einen Speicher mit 8 kWh. Die Wallbox steht auf 11 Kilowatt (kW). 3,7 kW ist langsamer, 22 kW schneller. Geladen wird mit dem Minimum aus Wallbox und der AC-Ladeleistung des Autos, im Beispiel 11 kW.
Drei Lademodi: Überschussladen nimmt zuerst Solarstrom, der sonst eingespeist würde, und nur solange das Auto zu Hause steht. Der Hausspeicher wird dafür nicht geleert. Was an dem Tag noch fehlt, lädt abends ab Ankunft zu Hause, aus dem Rest der Sonne, aus dem Speicher oder aus dem Netz. Abends ab Ankunft als eigener Modus startet gegen 17:30 Uhr und lädt mit der Wallbox, bis der Tagesbedarf gedeckt ist. Nachts läuft das etwa von 22 bis 6 Uhr. Im Beispiel ist „abends ab Ankunft“ gewählt, weil das der übliche Stecker nach der Arbeit ist.
Beim Profil Berufstätig ist das Auto an Bürotagen von etwa 7:30 bis 17:30 Uhr weg. Homeoffice-Tage, die du im Formular antippst, zählen als zu Hause. Samstag und Sonntag auch. An einem Bürotag trifft die Mittagssonne das leere Carport. Überschussladen findet dann nur in der frühen und späten Stunde statt, in der das Auto noch oder schon da ist. Im Sommer kann die West- oder Südseite nach 17:30 Uhr noch liefern. Im Winter kaum. Der Rest des Tagesbedarfs lädt danach zu Hause im Abendfenster, nicht an einer anderen Steckdose. So bleibt der Vergleich ehrlich: beide Seiten, mit und ohne Anlage, bezahlen dieselbe Fahrenergie. Der Speicher kann diesen Abendrest übernehmen, statt den Mittagsstrom nur einzuspeisen.
Abendladen kollidiert mit dem Kochen. Die Wallbox und der Herd wollen Strom, die Sonne ist schon schwach. Der Speicher kann einen Teil übernehmen, bis er leer ist. Nachtladen verschiebt das Auto in Stunden ohne Sonne. Dann kommt fast alles aus dem Netz, außer der Speicher ist noch voll. Eine große Anlage hilft dem Auto vor allem, wenn es tagsüber da ist oder der Speicher den Abend überbrückt.
Die Kosten im Beispiel sind 22.000 Euro für Dach und Speicher, nicht für das Fahrzeug. Die Amortisation über 20 Jahre betrifft nur diese Anlagenkosten. Der Arbeitspreis steigt, der Modul-Ertrag sinkt um 0,5 Prozent je Jahr, die Einspeisevergütung bleibt. Das Auto selbst wird nicht mitgerechnet. Wenn du die Fahrleistung auf 0 stellst, siehst du den Haushalt allein.
Das ist ein Modell, keine Ladeempfehlung und keine Garantie für die Reichweite. Verbrauch je 100 km, Strecke und der echte Feierabend verschieben die Stunden. Die Annahmen zur Sonne, zum Solarspitzengesetz und zum Speicher stehen auf der Startseite.